Die Eingewöhnung

Die formale Eingewöhnungdauer ist durch Bestimmung des Jugendamtes auf mindestens zwei bis höchstens drei Wochen festgelegt. Innerhalb dieses Zeitraums wird das neue Kind schrittweise an die Betreuungssituation gewöhnt. Empfohlen wird das so genannte:

Berliner Modell:

  • Ein Elternteil ist an den ersten Tagen zusammen mit dem Kind anwesend. Am ersten Tag nur 1 bis 2 Stunden, bis das Kind unruhig oder müde wird und nicht mehr mag. An den darauffolgenden Tagen wird die Anwesenheitsdauer gesteigert und die Tagesmutter nimmt zunehmend Kontakt mit dem Kind auf.
  • Ab dem vierten Tag geht die Mutter oder der Vater für kurze Zeit fort – versuchsweise auch gern erst einmal nur in ein Nebenzimmer. Klappt das gut, werden die Abwesenheitszeiten sukzessive gesteigert. Gesteuert wird das entsprechend den Reaktionen des Kindes.

Die Eingewöhnung bei den Cannstatter Cleverle:

  • Ich biete – auf privater, kostenloser Basis – für die Zeit, bevor es ‚richtig losgeht‘ wöchentliche Treffen an. In einer Art Krabbelgruppe können die Kinder also schon alles kennen lernen. Das können wir nach Vereinbarung auf bis zu drei Treffen in der letzten Woche vor Beginn der formalen Eingewöhnung steigern.
  • So wird das Kind also schon in dieser Zeit mit mir, der Wohnung und den anderen Kindern vertraut.
  • Mutter oder Vater kann nach dieser Vorbereitung schon ab dem ersten  Eingewöhnungstag für kurze Zeit fortgehen. In der Regel wird das Kind dann nach ein paar Tagen schon den ganzen Vormittag gerne in der Tagespflege bleiben.
  • Eine Anpassung ist in Bezug auf das Schlafbedürfnis nötig: Während der Eingewöhnung schläft das Kind normalerweise noch nicht bei mir. Es bleibt gegen Ende der Eingewöhnung also im besten Fall vom Frühstück bis zum Mittagessen und wird dann abgeholt. Die Gewöhnung an den Mittagsschlaf findet also erst danach und sehr behutsam statt.
  • Der Mittagsschlaf in der Tagespflege ist sowieso ein besonderes Thema. Manche Kinder schlafen einfach ein, und gut ist. Andere wehren sich dagegen, woanders als daheim zu schlafen. Es hilft, wenn es zuhause schon Einschlafrituale gibt, die von mir übernommen werden können – sei es das Herumtragen, die Anwesenheit eines Lieblingskuscheltiers, das Singen von Liedern…
  • Mit Beginn der festen Betreuung kommt das Kind in der Regel für den ganzen Tag, wird also vor halb Neun gebracht und ab drei Uhr nachmittags wieder abgeholt. Falls von den Eltern gewünscht, können wir auch zuerst noch kürzere Tage vereinbaren.
  • Damit so ein Kleines sich aber gut zurecht finden und Vertrauen entwickeln kann, braucht es den wiederkehrenden Tagesrhythmus. Erst wenn ein Kind die zuverlässige Regelmäßigkeit des Tagesablaufs kennt, weiß es genau, was es zu erwarten hat. Und ab dem Moment, wo es das durchschaut, kommt es gern zur Betreuung.